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Rainer Pollmann

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Wie sollten Controller auf Corona, Krieg und Inflation reagieren?

Neben der Coronakrise, Energiekrise, Lieferkettenkrise, dem Ukraine-Krieg kommt mit der Inflation eine weitere Herausforderung auf Controller zu. Für Controller ist es in dieser Zeit umso schwieriger, zu planen und zu steuern – das erschwert auch für CFOs die Kommunikation gegenüber dem Kapitalmarkt. Wie gehen Controller diese schwierige Gemengelage am besten an? In einen anderen Beitrag haben wir einen Impuls für das Entwickeln von Zukunftsbildern gegeben.

Wie wirkt sich die Inflation konkret auf das Ergebnis aus?

Die Inflation ist meist bei den Material- und Produktionskosten zu spüren Das bedeutet für das Controlling hinsichtlich der oben genannten Fragen Transparenz zu schaffen. Dabei gibt es branchen und geschäftsmodellspezifisch große Unterschiede, von „normalen“ Preissteigerungen (Energiekosten, und energieintensive Rohstoffe und Vorprodukte, Verpackungsmaterialien) bis hin zu Engpassprodukten (z.B. Halbleiter, Lithiumbatterien). Um den Auswirkungen entgegenwirken zu können, sollten Controller ihren Fokus verschieben: Vorher hatten Unternehmen oft die Bestandsoptimierung im Sinne niedriger Kapitalbindung ganz oben auf der Agenda, jetzt sollte ein Vorratsaufbau auf der Agenda stehen. Auch notwendige Ersatzinvestitionen könnten vorgezogen werden, wenn hier weitere Preissteigerungen zu erwarten sind.

Kurzfristiger planen

Controller sollten ihre Unternehmen frühzeitig auf die Inflation vorbereiten und eine Krisenplanung aufstellen. Es ist wichtig, frühzeitig die Inflation zu erkennen, um möglichst schnell Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Exogene Veränderungen sollten in einem Zyklus von zwei bis drei Monaten in ein rollierendes Forecasting integriert werden. So könnten Controller beispielsweise die Materialkosten mithilfe von Durchschnittswerten in einem kürzeren Zyklus aber über einen längeren Zeitraum betrachten. Auch der sog. „Forward Inflation Swap“ kann als makroökonomischer Indikator auf die langfristigen Inflationserwartungen hinweisen. Eine stärkere Zusammenarbeit mit Produktion und Einkauf könnten hier, nicht allein wegen der Informationsbeschaffung hilfreich sein. Ein Dauerthema dürfte die Frage darstellen, welche personellen Ressourcen und knappen Rohstoffe für das Geschäftsmodell notwendig sind.

Vertriebscontrolling wird relevanter

Nicht zuletzt ist jetzt vor allem das Vertriebscontrolling gefordert, wenn es um die Steuerung des Pricing und die Weitergabe von Kostensteigerungen geht. Inflationssensible Kostenarten, wie zum Beispiel Materialkosten, sollten dabei besonders beobachtet werden, wodurch methodisch die Preis-Mengen-Kosten-Analyse für Controller relevanter wird, so Lubos. 

Falls sich die Planung des Controllings in eine ganz andere Richtung entwickelt, müssen Controller schnell Gegensteuerungsmaßnehmen entwickeln. „Controller sollten sich dann verstärkt mit der Fragestellung befassen: ‚Wie kompensiere ich die Preissteigerung sowohl auf der Lieferantenseite als auch auf der Vertriebsseite?‘“, empfiehlt der Experte. Controller müssen sich Klarheit darüber verschaffen, wie sich Preisanpassungen auf den Deckungsbeitrag des Produkt- und Kundenportfolio auswirken.

„Das Controlling muss seine Betrachtungsweise ausweiten und eine Vielzahl von Aspekten einbeziehen, die bislang nicht von Bedeutung waren. Nur wer schnellstmöglich resiliente Instrumente etabliert, wird auch im inflationären Umfeld Fuß fassen“, fasst der Lubos zusammen.

Human Ressources

Ein Preistreiber ist der Fachkräftemangel und damit ein Treiber für langfristig steigende Personalkosten. Der „War of Talents“ führt zu einem höheren Gehaltsniveau, aber auch (Personal)Nebenkosten, da sich Unternehmen nicht nur als interessanter Arbeitgeber darstellen, sondern auch interessant sein müssen.

Fazit

Die Situation erfordert ein System, dass Informationen nahezu in Echtzeit verarbeitet. SAP HANA wäre so ein IT-Tool. Aber auch Excel-Modelle, sofern dazu Power Query genutzt wird, können prinzipiell in Echtzeit aktuelle Informationen für ein Planungs- und Simulationsmodell, bzw. für ein rollierendes Forecasting liefern.

Wie so ein Modell aufgebaut wird und mit tagesaktuellen Informationen aktualisiert werden kann, zeigen wir im Seminar Liquiditätssteuerung und Kapitalbedarfsrechnung mit Excel.


Mehr zum Thema:

Gleich, (2022): Wie sollten Controller auf eine hohe Inflationsrate reagieren?, Controller Magazin 9/10/2022

Finance (20222): Controlling & Inflation: Die 4 wichtigsten Tipps – FINANCE (finance-magazin.de)

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