Wir stellen fest...

 

Controller sind Produzenten von Informationen, Ihre Produkte sind die Reports!

 

Controller verarbeiten Daten, produzieren daraus Informationen in Form von Berichten und stellen sie ihren „Kunden“ zur Verfügung.

Nun stellt sich die Frage: Werden Ihre Berichte immer gelesen und uneingeschränkt akzeptiert?

Leiten Ihre Kunden auf der Basis der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen sofort geeignete Maßnahmen ein?

Ja?

Gratuliere: Dann können Sie auf der Stelle die Lektüre einstellen. Wenn nicht, dann lesen Sie noch ein wenig weiter.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, woran es liegen könnte, dass Ihre Berichte nicht immer die gewünschte Wirkung erzielen? Nein? Dann denken Sie doch einmal über die folgenden Fragen nach:

  • Was wissen Sie über Ihre Kunden?
  • Haben Sie eine Marktanalyse durchgeführt?
  • Kennen Sie die Präferenzen Ihrer Kunden und haben Sie ermittelt, welchen Nutzen die Informationen für Ihre Kunden haben?
  • Haben Sie Ihre Berichte in ausgewählten Testmärkten und mit ausgewählten Testpersonen mittels Pretests auf ihre Akzeptanz und gefälliges Design hin überprüft?
  • Haben Sie die Clickrates auf den Informationsseiten im Intranet ausgewertet?

Sie glauben, Sie seien in einem Aufsatz über Marketing gelandet?

Nein, das sind Sie nicht, aber Controlling hat durchaus etwas mit Marketing zu tun – mit Selbstmarketing.

Nur wenn Sie – als Produzent von Informationen – Ihren Kunden den gewünschten (oder unbewusst vorhandenen) Nutzen liefern, werden Sie sich als Dienstleister am „Markt“ behaupten. Dazu gehört auch, Kundenwünsche aufzuspüren und zu wecken. Das hat etwas mit Kommunikation. Controller können nur dann ein funktionierendes Kommunikations-Controlling aufbauen, wenn Sie selbst auch kommunikative Stärken entwickeln. Ein Teilbereich daraus ist die Marketing-Kommunikation.

Deswegen möchten wir Sie in diesen wenigen Zeilen für einige Themen und Sachverhalte sensibilisieren, die auf den ersten Blick nichts mit Reports zu tun haben mögen.

 Wir stellen fest... (Teil 2, 27.02.2009)

Marketing ist eine Funktion im Unternehmen, zu deren Aufgabe es gehört, Kundenbedürfnisse zu ermitteln (Marktanalyse), zu erzeugen (Werbung) und zu befriedigen (Vertrieb). Das Marketing ist auch für die Realisierung von Marktchancen verantwortlich. Es erschließt neue  und erweitert bestehende Märkte. Die dafür möglichen operativen Marketingmaßnahmen werden als Marketing-Mix bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Aufstellung der einzelnen Aufgabenbereiche:

Was bewirkt Marketing?

Mit den Maßnahmen des Marketings, insbesondere der Kommunikation, werden

  • Marken,
  • Reputationen,
  • die Bekanntheit von Produkten,
  • Kundenbeziehungen und Kundenbindungen

aufgebaut und gepflegt.

Nun fragen Sie sich vielleicht: Was hat das alles mit Controlling zu tun? Betrachten Sie einmal die folgende Tabelle, in der wir Maßnahmen und Gegenständen des Marketings auf das Controlling übertragen haben:

 

Marketing

Controlling

Preis

Budget des Controllings

Produkt

Dienstleistung (hier: Report)

Distribution

Papier, MIS, Vortrag, Gespräch

Kommunikation

Gespräch mit Managern

Marken

Qualität des Controllings

Reputation

Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz des Controllings

Kundenbeziehung und Kundenbindung

Interne, nicht externe Dienstleistung (Consultants)

Marketing und Controlling – ein Vergleich

Controlling als „Marke“

Indem Sie die Marketingmaßnahmen „im Kopf“ behalten, und sie auf Ihr Arbeitsgebiet anwenden, haben Sie die große Chance, die Akzeptanz und die Reputation des Controllings zu verbessern und so etwas wie eine Marke aufzubauen.

Wozu das nützt?

Über den Nutzen von Marketingstrategien im Bereich des Controllings

Die Reputation und das Image eines Herstellers und Marken führen dazu, dass Kunden höhere Preise akzeptieren. In der Regel ziehen sie ein Markenprodukt einem No-Name-Produkt vor. Auf das Controlling übertragen heißt das: In Zeiten knapper Budgets, regelmäßiger Effizienznachweise durch das Controlling und mangelnder Akzeptanz des Controllings in anderen Fachabteilungen sind ein hoher Markenwert und eine große Reputation nicht zu verachtende Vorteile. Es genügt nicht, ein technisch hervorragendes Produkt zu erzeugen, auch die Verpackung des Produkts muss ein gefälliges Design aufweisen, um Kunden zum Kauf zu verleiten.

 

Was wissen Sie über Ihre Kunden?

Also: Was wissen Sie über Ihre Kunden?

  • Welche Ausbildung und welchen beruflichen Werdegang weisen Ihre Kunden auf?
  • Welche Funktionen üben ihre Kunden im Unternehmen aus, welches Wissen kann also vorausgesetzt werden?
  • Welche Produkte (Informationen) benötigen Ihre Kunden?
  • Wieso wissen Ihre Kunden nicht, was sie wollen?
  • Welches Produktdesign (Darstellung und Vermittlung) wünschen Ihre Kunden?
  • Liefert das bisherige Produkt (z. B. eine Kennzahl) Ihren Kunden den gewünschten Nutzen?
  • Wer sind überhaupt Ihre Kunden (Management, Investor Relations, Revision, Vertrieb, Produktion usw.)?

Über all diese Dinge sollten Sie nachdenken, und Sie sollten sie bei der Erstellung Ihrer Berichte berücksichtigen. Denn: Sie erfüllen damit Kundenwünschen und steigern Ihre Reputation! Wahrscheinlich werden Sie Produktportfolios erstellen müssen, um den verschiedenen Kundengruppen gerecht zu werden. Dazu mehr im nächsten Beitrag!

Wird fortgesetzt!